Page 7 - Die Wehr 2015 09-10
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Vorsicht ist aber trotzdem geboten: jagen – das machen bereits die Boule-
Die Verwendung von Facebook & Co. vard-Blätter. Daher ist es wichtig, dass
setzt voraus, dass man sich eine Strate- es klare Regeln innerhalb einer Feuer-
gie zurechtlegt. Risiken lauern unter wehr gibt: Wer gibt Informationen an
anderem in diesen Bereichen: die Öffentlichkeit, wer bespielt den Ka-
• Social Media-Betreuung benötigt zu- nal Facebook, Instagram oder Ähnliches
sätzliche Ressourcen mit Fotos. Dies sollte nur von geschulten
• Schulung und Fortbildung der Be - Kameraden (z. B. der Pressesprecher der
treuer notwendig Feuerwehr) passieren.
• rasche weltweite Wahrnehmung mög-
lich Zuständigkeiten regeln:
• passive Präsenz nicht verhinderbar Vier-Augen-Prinzip
(z. B. „Leserreporter“ senden Handy -
Als sinnvoll hat sich bei der Feuerwehr- Social Media-Strategie: Wer kann und darf die Feu-
foto an Facebook-Seite einer Zeitung)
Öffentlichkeitsarbeit auch das (mindes - erwehr ordentlich in der Öffentlichkeit vertreten?
• Risiko für interne Öffentlichkeits -
arbeit: persönliche Komponente der
Kommunikation geht verloren (Mimik,
Gestik, Stimme fehlen bei Kommuni-
kation via Facebook-Postings)
• Öffnen eines niederschwelligen Kanals
für Kritik an der Feuerwehr
Fotos live von der Einsatzstelle
Grundsätzlich ist davon abzuraten,
möglichst schnell und ungefiltert per
Handy von der Einsatzstelle zu posten.
Zum Ersten übersieht man in der Hitze
des Gefechts Details, die man vielleicht
gar nicht veröffentlichen wollte, zum
Zweiten gilt es, eine gewisse Pietät zu
wahren. Dass das eigene Kind verun-
glückt ist, möchte man sowieso nicht
erfahren müssen – schon gar nicht von
der Facebook-Seite einer freiwilligen
Feuerwehr inklusive Fotodokumenta -
tion. Als Feuerwehr sollte man, unter
Berücksichtigung gewisser Spielregeln,
Kleine Feuerwehr, große Wirkung: Ein Spaß-Video einer Feuerwehr erreicht plötzlich sehr viele Menschen,
über die eigene Arbeit berichten und weil es von ZIB 2-Legende Armin Wolf ge teilt wird. In den Kommentaren wurde die Feuerwehr auch be-
nicht Sensationsmeldungen hinterher- schimpft, weil sie Steuergeld für ein Spaß-Video verschwendet.
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